AAE - ARCHERY ASSOCIATION EUROPE
EFAC 2001 Leukerbad / Schweiz

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Eine Europameisterschaft schreibt AAE-Geschichte
Die EFAC 2001 - wohl die erfolgreichste der letzten 10 Jahre für den AAE

Zu den 10 anwesenden internationalen IFAA-Verbänden gehörend, entsandte der AAE zur diesjährigen EFAC in Leukerbad/Schweiz Anfang August eines der kleinsten Teams. Mit „nur" 19 Feldbogenschützen/-innen waren wir also dabei. Aber diese 19 hatten es faustdick drauf. Mit grandiosen Einzelleistungen begann der „Aufstieg", mit triumphalen Teamleistungen überflügelten sich diese Athleten selber und letztendlich gingen alle 19 mit einer überaus auffälligen Sympathie und ihren Leistungen in die Geschichte des AAE ein.

Dabei begann alles etwas mühsam. Da waren nämlich die vielen Schweizer Berge und die musste man erst einmal ‚rauf. Wer dann endlich kurzatmig oben angekommen war, der stand nicht nur ganz schief, meistens musste der auch gleich wieder ‚runter - aber nur, um danach gleich wieder bergauf zu kraxeln. Und die Kühe! Kuhproblem - das eine Wort sagte alles. Diese d..... Kühe agierten so ziemlich respektlos zwischen den Scheiben der drei Kurse „Marisse", „Melchboden" und „Torrent". So hießen die drei unvergesslichen Kurse und nicht nur wegen der alles niedertrampelnden Kühe. Es war schon heftig, was diese Kurse dem Schützen abverlangten. Ohne Seil zum Festhalten - hin und wieder - ging es nicht. Ohne Puste erst recht nicht. Und ich denke, keiner war dabei, der nicht irgendwo seinen ganz persönlichen Muskelkater hatte. Bei den meisten wohl eher mehr, bei anderen vielleicht etwas weniger. Die Blasen an den Füssen möchte ich nicht erwähnen.

Und die Sonne lachte die ganze Woche über uns. Ob nun an oder aus ist eigentlich egal. Fazit für mich: Sonnenstich nach dem ersten Tag auf dem „Torrent", das war mein Mittwoch. Im Bett gelegen und gelallt, das war mein Donnerstag. Also: einziges „Weichei" im team war Karin Scott. Dem Rest des teams gehört dann dementsprechend auch diese Story, die in das AAE-Geschichtsbuch eingehen soll:

Gold = in der Einzelwertung für Helga Schaefer . Nur am zweiten Tag wurde die Frage nach der verbleibenden Kondition für drei weitere Wettkampftage von mir gestellt. Die Antwort kam prompt. Sie führte vom ersten bis zum letzten Tag und ließ nicht für einen Moment Unsicherheiten aufkommen, wer denn Europameisterin mit dem Recurve Freestyle werden sollte. Helga Schaefer, ja klar - Gratulation, liebe Helga - hast du ganz fein gemacht !

Gold = in der Einzelwertung für Anja Fischer . Titel und Edelmetall spielten schon mit Ende des ersten Wettkampftages keine große Rolle mehr für sie. Sie hatte nämlich schon das, was sie wirklich haben wollte: den letzten EM-Rekord mit dem Langbogen, den in der Feldrunde! Und damit ist Anja Rekordhalterin aller Runden bei den Europameisterschaften und sie hält alle Rekorde mit dem Langbogen bei den Weltmeisterschaften. Was soll man dazu sagen: Gratulation Anja - ganz fein gemacht !

Gold = in der Einzelwertung für Peter Gaber. Es ist müßig zu sagen, dass wer diese drei Kurse an den fünf Tagen durchgehalten hat, hat eine unermesslich große Leistung vollbracht. Diese eigene Leistung mit Edelmetall auch noch zu krönen - steht auch ihm, ohne die sonstige Konkurrenz, zu. Die fehlende Konkurrenz wurde durch die Härte der Kurse ausgeglichen. Hut ab und Gratulation zur Leistung - lieber Peter, fein gemacht !

Silber = in der Einzelwertung für Frank Steinnagel . Beim Anblick der steilen Berge vergaß er fast, dass er bereits unter Schmerzen die Anreise absolviert hatte. Die gleichen Rückenschmerzen begleiteten ihn dann auch die ganze Woche - aber sie gelten nicht als Ursache, dass letztendlich die lausigen 10 kleinen Pünktchen zum Sieg gefehlt haben. Oder doch? Eine Glanzleistung unter diesen Bedingungen. Vize ist doch auch was ganz tolles - Gratulation - lieber Frank, fein gemacht !

Silber = in der Einzelwertung für Kenneth Scott . Der einzige im team, wenn ich es recht erinnere, der beim Anblick der steilen „Wände", die auch durch die zu nutzende Seilbahn nicht weniger steil erschienen, als „Frohlockung" empfand. War fit wie ein Turnschuh, hat ihm alles nichts ausgemacht. Und gut geschossen hat er. Hat vier Tage lang sogar geführt. Mit 3 Pünktchen Unterschied zum ersten kam dann diese erste IFAA-Silbermedaille und damit der erste internationale Erfolg für ihn verdientermaßen. Gratulation - Prääähsieh, gaaaanz fein gemacht !

Silber = in der Einzelwertung für Volker Pense . Und wenn nicht immer alles so schief gewesen wäre ... tja, dann wäre die Goldmedaille nicht schiefgegangen. Was war denn nun am schiefsten? Der eigene Stand, die Sicht, die Scheiben, die Berge - auf jeden Fall am ersten Tag ging noch alles gerade und dann kam die Silberüberraschung. Wenn auch kein Gold im Einzel, dann doch mit der Mannschaft. Wenn auch kein Silber mit der Mannschaft, dann doch mit Gold. Oder so ähnlich! Volker - feiiiiin gemacht!

Bronze = in der Einzelwertung für Stephan Strohmeier . Die ersten drei Tage, oder waren es vier?, lag er in Führung und hat uns und die gesamte Konkurrenz durcheinander gebracht. Und wenn das nicht immer „punktemäßig" so schrecklich eng liegen würde, bei den Herren Compound FU, dann hätte der letzte Tag auch noch für den ersten Platz gereicht. Aber so bleibt nur die Erfahrung, dass sich ärgern, ganz besonders am letzten Tag, nur Punkte kostet. Sein Erfolg in dieser Königsklasse macht uns mächtig stolz ! Gratulation - lieber Stephan, gaaaaaaaanz fein gemacht !

GOLD = in der Teamwertung der Herren Compound FU. Wer hätte das je gedacht, dass der kleine Verband AAE einmal eine so umwerfend gute FU-Mannschaft haben könnte?! Spätestens seit dieser Goldmedaille ist der AAE erwachsen geworden. Aus unseren „Kinderschuhen" heraus gestoßen haben uns die erfolgreichen Schützen:

Stephan Strohmeier, James Bailey und Martin Marchhart !
und...

GOLD = in der Mannschaftswertung des Recurve Freestyle-Teams. So einfach geht das und ich wollte es nicht glauben. Da sind die Athleten

Helga Schaefer, Wolfgang Koiteck und Volker Pense,

die schießen fünf Tage lang und erkämpfen Gold! Ich war schrecklich aufgeregt über die greifbar nahe Gold-Chance, die eigentlich ja gar nicht so von ungefähr kam. Wir haben ja all diese guten Recurve-Schützen und wenn die sich erst einmal zusammen finden, so als team - dann... ja dann ....

und...

SILBER = in der Teamwertung der Herren BU. Ist schon toll, wenn ein Fingerschütze wie Frank Steinnagel ein Team mit Release-Schützen aushilft, den „dritten Mann" spielt, und alle werden dann auch noch mit Silber belohnt. So erging es denn:

Kenneth Scott, Frank Pfeil und Frank Steinnagel
und...

dann kommen ja noch die bislang nicht genannten Bogenschützen, die hier nicht vergessen werden sollen. Ganz im Gegenteil:

Einen ganz besonderen und großartigen Erfolg haben wir durch Peter Miehle erfahren dürfen. Er hatte bedingt durch sein leichtes „Handicap" am Mittwoch bereits angedeutet, am Donnerstag nicht mehr schießen zu können. Was völlig OK war. Dann hat er am Donnerstag angedeutet, am Freitag nicht mehr schießen zu können. Was noch mehr völlig OK war. Und am Freitagabend haben wir festgestellt, dass er die ganze Woche tapfer durchgehalten hat. Peter - hast du gaaanz fein gemacht - einziges Weichei bin und bleibe ich.

Den unbeliebtesten aller Platzierungen, nämlich der 4. Platz, ging bei den Damen FU Compound an Frauke Strohmeier, die sich von Anfang an, mehr als verdient, in den elitären Kreis der nettesten Damen „eingeschossen" hatte. Also hat ihr hoffentlich diese EFAC am Ende doch viel, viel Spaß gemacht. Und das tröstet dann auch hoffentlich über den 4. Platz hinweg. Frauke - wir sind mächtig stolz auf dich!

Zum Thema Freude: Immer gut gelaunt und mit unerschöpflichen Spaß an der Sache holte sich James Bailey (Freunde nennen ihn Jim) auch diesen unbeliebten 4. Platz bei den Herren FU Compound. Zeitweise auf Platz 3 liegend, rutschte er dann aber doch wohl einen dieser „steilen Berge" hinunter. Klar - wer rutscht verliert immer was- war schon immer so. Jim - this EFAC without you - it wouldn't have been so fantastic ! Thanks for shooting for AAE.

Arthur Strohmeier war, soweit ich das beurteilen kann, unser Sonnenschein. Wann immer er zu sehen war, strahlte er. Keine Müdigkeit war ihm anzusehen - oder? Seine so liebe Art war für wahrscheinlich nicht nur für mich Motivation, wo ich sie auch brauchte. Ich kann nur sagen: Danke, lieber Arthur. Ich hätte wirklich gern einmal einen Tag mit dir in einer Gruppe schießen mögen.

Frank Adler war die ganze liebe lange Woche über beim Schießen nur mit sich beschäftigt. Von Tag zu Tag musste er besser werden. Von Tag zu Tag musste er das Feld von hinten aufräumen. Tja was muss, das muss - ganz besonders, wenn man am ersten Tag zu viel Respekt den Konkurrenten gegenüber gezeigt hat. Seine Aufholjagd war schon toll. Da haben sogar die Kühe „große Augen" gemacht. Ganz toll!

Wolfgang Koiteck war auf dem „Torrent" nicht wie wir auf 2500 Meter. Nein - er war auf 2502 Meter Höhe. Von dort aus gesehen, hatte er sicherlich so einen Nachteil mehr als die restlichen Schützen im team. Seine Luft war da oben eben noch ein wenig dünner. Die Goldmedaille mit dem Recurve-team soll ihn an diese ganz besondere EFAC für lange Zeit erinnern. Denn: auch wir erinnern uns gerne an dich, lieber Wolfgang!

Hans-Dieter Scheer wollte es erst nicht so recht glauben, von wegen „kleine Schritte nach oben machen", oder „in den Hang stellen, um die Füsse zu schonen", oder „immer kleine Pausen auf den Weg nach oben machen" oder, oder, oder. Doch spätestens am zweiten Wettkampftag holte ihn der Glaube ein. Waren schon gut unsere kleinen Tipps am Rande des Berges - oder, lieber Dieter?

Frithjof Scheer muss auch da gewesen sein. Habe ihn nämlich bei der Eröffnung gesehen und bei der Siegerehrung, bzw. bei dem wahnsinnig guten Büfett in der „Rinderhütte" auch. Auch auf der Ergebnisliste steht er auf drauf. Einen tollen 36. Platz hat er gemacht. Frithjof - wo warst du denn die ganze Zeit??????????

Martin Marchhart hat unserem erfolgreichen „team-Gold" mit seinen kontinuierlich ansteigenden Leistungen von Tag zu Tag sehr brav zu Edelmetall verholfen. So ganz ohne groß aufzufallen hat auch er den einen und den anderen Platz noch oben gutgemacht. Gutgemacht - kann man da nur sagen. Martin ist eine große Bereicherung im team gewesen. Toll - lieber Martin. Hoffe, du bist wieder dabei im nächsten Jahr!

Glenn Schaefer war schon die ganze Woche über damit beschäftigt, Ehemann einer zukünftigen Europameisterin zu sein. Hat er auch richtig gut hinbekommen. Seinen 34. Platz hat er mit dem Charme eines AAE-members auf sympathische Art und Weise erkämpft. Und dazu können auch wir nur ganz herzlich gratulieren, lieber Glenn, hast du fein hinbekommen.

Dietmar Kordel hatte sich derart hoch in Höhe einquartiert, dass er nach den jeweils langen und anstrengenden Wettkampftagen nicht mehr Lust und Laune (oder Kraft und Puste?) hatte, sich nach unten zu begeben. Wohl gemerkt: ich meine nur den Weg, den er hätte zurücklegen müssen, um sich auch hin und wieder einmal zu zeigen. Aber: er war dabei und das war gut so! Bleibt und auch weiterhin treu, lieber Dietmar!

Frank Pfeil kann herzhaft lachen - das konnten wir immerhin nicht nur bei der Siegerehrung des AAE-teams Bowhunter Unlimited der Herren, seiner Klasse, feststellen. Die Silbermedaille auch für ihn hoffentlich eine schöne Erinnerung an die Zeit in der Schweiz mit uns allen. Du hast dazu gehört, lieber Frank und es wäre schön, wenn du auch beim nächsten Mal wieder dazugehören würdest. Willkommen im team!

So - ich hoffe, euch allen die 19 Athleten komplett vorgestellt zu haben, auf die wir zu Recht sehr stolz sind. Sie alle haben auch uns eine wundervolle Zeit in Leukerbad beschert. Sie haben sich zu einem team zusammengefunden und sich wieder ein wenig näher kennen gelernt. Damit war unsere „Zielsetzung" erfüllt.

Was wir natürlich nicht steuern konnten und können, ist die Spontaneität dieser Schützen in ihrer einzigartigen Freundlichkeit.
Dafür DANKE.

Karin Scott

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